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Dominikanische Republik 11/2000

Wir haben nur eine Woche Zeit, uns ein Ziel auszusuchen. Die Dominikanische Republik ist schnell gewählt. Warum? Ganz einfach: Warm, schön, günstig, keine Vorbereitungen wie Impfungen (Ausnahme: Malariagefahr im Grenzgebiet zu Haiti, das wir meiden) nötig.

Der Tourismus hat die Insel bereits gut erschlossen, Fahrräder, Enduros (allerdings alt und weniger als 250ccm), Pferde, Surfbretter etc. kann man überall günstig mieten. Wir zahlen bei L´Tour für „last minute“ mit FTI keine 1.500,- DM je Nase für den Flug mit der Britannia ab Berlin und das „all inclusive“ Hotel „Casa Laguna“ in Cabarete an der Nordküste. Für sehr günstige 35,- bekommen wir die ICE-Fahrkarte hin/rück Frankfurt incl. Nahverkehr von L´Tour.

Britannia hat den kürzesten Sitzabstand, was wir gar nicht so schlimm fanden. Achtung, Britannia hat keinen Check-In am Vorabend! Gepäck am Flughafen lassen kostet uns 5,- je Gepäckstück.

16.11.2000: Ankunft in Puerto Plata

Nach 10 Stunden Flug und dem nervigen Einreiseformular, das nur dazu zu dienen scheint, 10$ von jedem zu kassieren, aber vor allem eine halbe Stunde anstehen kostet, geniessen wir karibische 30 Grad Celsius!

All inclusive ist natürlich auch der Transfer. So ist die Ankunft absolut stressfrei. In diesem Fall ist es mal wieder echt empfehlenswert, den Individualurlaub auf einem Pauschalurlaub aufzubauen.

Das Casa Laguna ist prima: Nettes Personal, extraprima Futter (wir haben noch nie soviel Obst und Gemüse gegessen), saubere Zimmer mit Klimaanlage. Nur etwas laut, da wir unser Zimmer über dem Kühlaggregat der Küche haben. Wir fragen halbherzig nach einer Alternative, in ein paar Tagen soll was freiwerden - oder wir könnten gegen Aufpreis in ein höherwertiges ganz neues Zimmer.

 

Wir ersparen uns das Umziehen: Das Fenster lassen wir wegen Mücken und Aircondition eh zu. Und den ganzen Urlaub werden wir sowieso nicht hier ausharren. Statt die übrigens recht teuren Ausflüge zu buchen, machen wir natürlich das Meiste lieber auf eigene Faust ;-)

Die „Infoveranstaltung“ von FTI/Caoba Tours am Folgetag ist eher eine Verkaufsveranstaltung für Zusatztouren:

Der Begrüssungcocktail und das lockere Mundwerk von Reiseleiter Harro (ich bin positiv erstaunt über seine wiederholte Aufforderung auf eigene Faust loszuziehen) lässt manches Portemonnaie erstaunlich locker sitzen. Einige geben nochmal locker 500$ aus...

Die Veranstaltung kann man sich aus unserer Sicht getrost sparen: kostet nur Zeit, die Infos kann man schon während des Fluges jedem Reiseführer für 10,- DM entnehmen und wenn man Touren buchen will, kann man das nahezu überall nachholen.

Ab an den Strand und rein in die Fluten. Klasse Wellen!

Abends ist eine recht gute Live-Band im Hotel. Nett.

Am dritten Tag lassen wir´s noch einmal entspannt angehen: kostenloses Schnuppertauchen in einem Pool eines abgelegenen Hotels. Dieser ist so trüb, daß wir uns den Kopf am Rand stoßen...

Danach zahlen je 5$ für eine ganz nette Schnorchelausfahrt zu einem Riff bei Sosua. Die 50$ für den Tauchgang hätten sich nicht gelohnt: am Roten Meer war´s viel besser und günstiger...

Per Guagua, dem günstigen und völlig überladenen Kleinbus geht´s anschliessend zurück. Elke kann´s gar nicht fassen, wieviel Personen da reingehen und daß ständig umsortiert wird...

19.11.2000: Nach Jarabacoa in die Dominikanischen Alpen!

Wir mieten bei Easy Rider in Cabarete ein Moped, 100$ pro Woche bei freier Wahl der Tage.

Ist sogar noch flexibler: wir können auch zwei nehmen und Zusatztage kosten nur 15$.

Hier die Route mit GPS Koordinaten (WGS84 hddd mm ss s):

 

Wegpunkt

Nord

West

Cabarete

1944565

7024305

Sabaneta

1940312

7022252

Jamao

1937674

7025306

Moca

1927052

1924374

7032056

7031372

La Vega


1914408

1914575

7032004

7033204

Jarabacoa

1907285

7038311

Rancho de Baiguate

1906580

7037095

Salto de Baiguate

1905373

7036576


Ab Sabaneta geht´s in´s Landesinnere und bietet traumhafte Ausblicke (mittlerweile ist die Straße Sabaneta - Moca übrigens neu asphaltiert). Am Wegesrand finden sich immer wieder interessante Pflanzen:

Wir geniessen eine Cola in einem Restaurant am Wegesrand, der Ausblick ist phantastisch, die Lautstärke der Merenge-Musik unvorstellbar, so daß wir froh sind wieder auf unserem vergleichsweise leisen Moped zu sitzen.

Vor Moca fällt es steil ab und wird wieder ordentlich warm.

In Jarabacoa essen wir, fahren zur Rancho Baiguate, die horrende 300$ pro Nase für unsere geplante Pico Duarte Besteigung verlangt. Auch die Übernachtung ist uns mit je 600 Pesos zu teuer, den Ausritt zum Wasserfall Salto Baiguate für 125 Pesos gönnen wir uns. Rafting wird auch angeboten, interessiert uns aber nicht so sehr.

Die Bewaldung hier in 500 m Höhe unterscheidet sich bereits deutlich von der an der Küste. Ein Traum für Blumenliebhaber sind die vielen hier wachsenden Bougainvillen, Malven, Weihnachsterne, Passifloren etc.:

Wir übernachten sehr komfortabel im offensichtlich wie dem Restaurant zur selben Unternehmung gehörenden Hotel Pinar Dorada (520 Pesos mit Frühstück pro Person).

 20.11.2000

Wir starten früh nach La Cienaga, in der Annahme, daß es dann auch früh in die Berge geht. Hier liegen wir falsch, exaktes Timing können nur Pauschaltouristen erwarten. Am Eingang des Nationalparks bietet sich Cesar als Guide an, wir verhandeln über den Preis:

Wir entscheiden uns zu reiten.

Cesar braucht bis zum späten Nachmittag, um die Tiere zusammenzubekommen, also hätten wir uns gar nicht beeilen müssen...

So gehen wir ein wenig umher, sehen einen Schmetterling Eier legen, gehen an Kaffee und Bananen vorbei, trinken etwas in einer Kaufladen (Colmado), flirten mit ein paar Kindern.

Wir reiten abends noch die 4 km zur ersten Schutzhütte Caseta Los Tablones, machen ein Lagerfeuer. Cesar hat auch ein wenig zu Essen mitgebracht.

Wir haben eine ruhige Nacht, bis der Hüttenwirt sein Radio wieder in Gang bringt. Musik ist hier überall. Später denke ich einmal, wir wären jetzt gleich an der zweiten Hütte, dabei ist es der zweite Führer, der auf dem Mulirücken sitzend sein Kofferradio dröhnen lässt.

21.11.2000 Besteigung des Pico Duarte

Hier erst einmal die GPS Koordinaten:

 

Wegpunkt

Nord

West

29: Parkeingang

1904023

7051479

30

1904017

7051422

31

1903381

7051578

32

1903240

7052367

33

1903212

7053115

34: Caseta Las Tablones

1903166

7053151

35

1902299

7053379

36

1902149

7054024

37

1902172

7054099

38

1902164

7054140

39

1901478

7054357

40

1901335

7054483

41

1901404

7055127

42

1901449

7055455

43

1902083

7056196

44

1902081

7057031

45

1902061

7057283

46

1902155

7058019

47: Caseta La Comparticion

1902154

7058091

48

1902095

7059079

49

1902040

7059181

50

1901570

7059268

51

1901446

7059376

52: Pico Duarte

1901228

7059530

Die Pferde/Mulis/Esel müssen ordentlich schuften, meines schnauft bei jedem Tritt. Ich bin nun froh, die zweitausend Höhenmeter nicht laufen zu müssen, die Tiere gehen die steilsten Stücke ohne Probleme (mit der Hilfe einer Gerte und Gebrüll natürlich), während wir manchmal fast aus dem Sattel fallen...

Wie das wohl erst auf dem Rückweg wird?

Die Vegetation ändert sich: Zunehmend Nadelbäume, die flechtenbehangen sind. Außerdem sehen wir Bromelien und Tilandsien. Es gibt viele Farne, aber keine Baumfarne mehr. Letztere waren zu Beginn der Tour manchmal mehrere Meter hoch. Noch weiter oben lösen Grasbüschel die Farne ab.

Mittags treffen wir bei der oberen Hütte La Comparticion ein und machen uns von hier aus (2500 m) auf zum Gipfel. Nach drei Kilometern laufen wir die letzten 150 Höhenmeter und kommen zur, mit Duartes Büste geschmückten, Gipfel. Leider reicht der Fernblick wegen der unter uns hängenden Wolken nur bis zu den nächsten Picos, vom Meer oder dem Inland (z.B. Lago Enriquillo) ist nichts zu sehen. Aber wir hatten manchen guten Fernblick beim Aufstieg.

Wir steigen zur Hütte ab und treffen dort einen Schweizer mit seiner dominikanischen Frau. Sie leben jeweils zur Hälfte in den Heimatländern. Er verdient sein Geld als Banker (4% pro Monat!) und ist der größte Ananasimporteur der Schweiz. Im Gegensatz zu den Anderen haben wir es in unseren „Drei-Jahreszeiten“-Schlafsäcken recht warm bei 7 Grad. Im Januar, der Hauptsaison des Gipfels, ist es mit ca. 0 Grad etwas kälter. Die neu eingetroffenen sind den ganzen Weg gelaufen, zum Gipfel geht es erst am nächsten Morgen sehr früh weiter. Abends gibt es wieder ein Lagerfeuer, die Nudeln, welche die Schweizer kochen, werden von den dominikanischen Führern an die Pferde verfüttert - sie mögen nur Reis. Gegen die Kälte hilft uns heisser, recht scharfer Ingwertee, den sie aus frischen zerstoßenen Wurzeln und viel Zucker zubereitet.

Am nächsten Morgen geht es früh zurück zum Parkeingang. Cesar hatte sehr mit dem Essen gespart, so daß wir nur noch ein kleines Brötchen zum Frühstück bekommen. Kaffee gibt es dafür auch keinen. Also können wir schnell starten. Die Pferde wissen, dass es nach Hause geht und sind nicht zu halten. Mein Pferd gallopiert, Elkes Muli trappelt zu Ihrem Mißfallen nur. Eine Pause machen wir unterwegs auch nicht mehr. So hetzten wir den ganzen Weg zurück und sind froh, als wir endlich ankommen.

Nach dem ungewohnt langen Ritt sitzt es sich auch auf dem Motorrad schmerzlich - ich bin wundgeritten. Da hilft auch die lange Mittagspause nichts. Zur Abwechslung regnet es auf dem Rückweg dann noch ohne Unterlaß in Strömen. Unser Wunsch, nachmittags noch in der Sonne zu liegen, fällt buchstäblich ins Wasser.

Drei Tage lassen wir es uns im Hotel und am Strand gutgehen, dann beginnen wir uns wieder zu langweilen und mieten diesmal zwei Motorräder.

Am nächsten Morgen düsen wir Richtung Halbinsel Samana.

Mit einem Mal schmerzt mein Oberarm wie verrückt - hat mich ein hochgschleudertes Steinchen getroffen? AU! Jetzt sticht es gleich noch einmal - das muß so etwas wie eine Bremse sein! Ich schlage danach, habe das Gefühl etwas verscheucht zu haben und halte an. Tatsächlich zwei Bisse. Der Arm schwillt ordentlich an und tut noch eine Weile höllisch weh. Elke trifft es etwas später umso schlimmer: der Stich ist direkt unter dem Auge und sie sieht zwei Tage aus, als hätte sie ein blaues Auge.

Auf Samana ist die Fahrt über die Berge von Sanchez nach Las Terrenas (N1919181W6932190) traumhaft schön. Immerhin 500 Höhenmeter geht es rauf und wieder runter.

Wir wollen den Wasserfall Salto de Limon und die Kaskaden ansehen. Wir fragen im Ort El Limon, wie wir hinkommen, ein älterer Mann steigt zu mir auf das Motorrad. Da es bald dunkel ist, scheint die Zeit knapp - deshalb empfiehlt er Pferde. Als nachher ein ca. 10 jähriger Junge voraus läuft und er selbst hinterhergeht merken wir, daß wir die wenigen hundert Meter locker gelaufen wären. Was solls.

Der Wasserfall ist unerwartet schön und sieht sehr tropisch aus. Es ist außer uns keiner da. Erst als wir gehen, kommt uns eine Gruppe Berliner auf Pferden entgegen. Oberhalb befinden sich noch die Kaskaden.

Hier die GPS Koordinaten:

Wegpunkt

Nord

West

1

1916214

6927242

2

1916150

6927151

3

1916072

6927077

4

1916049

6926599

5

1916099

6926526

6

1916113

6926486

7

1916146

6926447

Im Ort gibt es nur eine Privatpension, die allerdings die von uns gewünschte Dusche nicht hat. Wir starten in die Dunkelheit und müssen nach El Portillo einige Kilometer den Weg erraten. Wir übernachten nicht in dem 5-Sterne-Hotel, das wir als erstes finden. Mit 75,00 US$ pro Person ist es uns ein wenig zu teuer. Die Dame an der Rezeption empfiehlt uns ein Hotel nebenan, in dem ihr Mann als Koch beschäftigt ist. Seine Küche probieren wir gleich aus und befinden sie für gut. Ein kleines Problem ist, dass es die Dusche nicht heiß wird. Brrrr. Dafür haben wir ein großes Appartment für umgerechnet ca. 100,00 DM.

Am nächsten Tag fahren wir Richtung Cabarete zurück und machen gegen Nachmittag einen Halt am Playa Grande. Wunderschön, vor allem, da kaum noch Touristen anwesend sind. Wir brechen ein wenig spät wieder auf und fahren die letzten Kilometer wieder im Dunkeln. Statt Hupe wird kurz vor dem Überholen das Fernlicht aufgeblendet, sofern es eines gibt und trotz aller angeblich drohenden Gefahren, die das Fahren im Dunkeln mit sich bringen sollen, kommen wir heil im Hotel an.

Nach einem letzten Badetag geht es am Abend wieder Richtung Deutschland, das uns am nächsten Tag nicht mit dem erwarteten Schmuddelwetter, sondern mit Sonne und ca. 15 Grad Wärme empfängt.

Resumee: Wer noch nicht da war sollte mal hin. Für mich war es schon das zweite Mal, beim ersten Mal haben wir gesurft und uns Santo Domingo angeschaut.

Hier noch ein paar Fotos vom ersten Urlaub bei dem wir gesurft sind (Cabarete ist einer der vier besten Spots der Welt...) und auch mal mit dem normalen Linienbus nach Santo Domingo gefahren sind und uns ein Zimmer in der Altstadt genommen haben. Wer, wie ich, gerne mal eine Zigarre pafft, kommt hier übrigens auch auf seine Kosten!

Das Fort (hallo Björn ;-):

Alte spanische Gemäuer:

Die Höhlen Los tres Ochos: